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Private Pflegeversicherung nicht für alle sinnvoll

Oftmals erwägen viele für den Pflegefall im Alter eine Pflegezusatzversicherung, um finanziell vorzusorgen. Die Versicherung soll die Versorgungslücke schließen, falls die gesetzliche Pflegekasse und eigene Rente die Pflegekosten nicht decken können. Die Stiftung Warentest kam in einer Untersuchung ihrer Zeitschrift Finanztest zum Ergebnis, dass eine Pflegezusatzversicherung nicht für alle sinnvoll ist.

Vorsorge ist für alle wichtig

Wenn die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung sowie das eigene Einkommen und Vermögen nicht mehr für die Pflegekosten ausreichen, leiste zwar das Sozialamt „Hilfe zur Pflege“ – doch hole sich das Amt unter Umständen seine Hilfe von unterhaltpflichtigen Angehörigen zurück. Dazu gehören Lebenspartner, Kinder und Eltern.  Ein Umstand, den die meisten so nicht hinnehmen wollen.

Wann ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll?

Eine Pflegezusatzversicherung sei nur für den sinnvoll, der langfristig ein sicheres und ausreichend hohes Einkommen habe, so dass er die Beiträge und die absehbaren Beitragserhöhungen lebenslang aufbringen könnte, so die Stiftung Warentest. Oft auch dann noch, wenn er bereits ein Pflegefall ist. Im Test schnitten für den 55-jährigen Modellkunden 18 von 31 geprüften Pflegetagegeldtarifen gut ab. Und das für etwa 87 Euro Beitrag im Monat. Die Tester bewerteten sowohl das Leistungsniveau im Verhältnis zum Beitrag als auch die Vertragsbedingungen. Für 45-jährige Modellkunden fand Finanztest sogar zwei sehr gute Tarife.

Alternative Senioren-WG & Co.

Wer heute schon weiß, dass seine Rente sehr begrenzt sein wird, sollte andere Optionen prüfen. Gleiches gilt für Personen, die heute schon ein begrenztes Einkommen haben, so Stiftung Warentest und warnt: Wer die private Zusatzversicherung kündigen muss, weil er die Beiträge nicht mehr zahlen kann, verliert den Versicherungsschutz und erhält das eingezahlte Geld nicht zurück. Alternativen zu kostspieligen Wohnformen könnten eine Senioren-WG, Mehrgenerationenwohnen oder der Umbau der eigenen Wohnung sein. Aber auch die Unterstützung durch pflegende Angehörige. Finanztest stellt in seinem Themenpaket „Pflege und Versicherung“ alle Möglichkeiten und Hilfen vor und liefert Tests und Tipps zur Finanzierung im Pflegefall. Das umfangreiche Themenpaket mit rund 100 Seiten gibt es für 5 Euro unter www.test.de/pflege.

Finanztest 11/2017 / Quelle: Stiftung Warentest

Der Test Pflegezusatzversicherung erscheint in der November-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (ab 18.10.2017 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/pflegezusatzversicherung abrufbar.

 

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