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Lärm, das unterschätze Risiko

Am 18. April war der Tag gegen Lärm. Mit diesem Aktionstag soll auf die Ursachen und Wirkungen von Lärm hingewiesen werden. Denn unser Gehör ist genauso Wichtig wie jedes andere Organ. Trotzdem werden die Gefahren für Ohren oft unterschätzt. Vor allem junge Leute setzen ihr Gehör großen Belastungen aus.

Wöchentliche Konzert- oder Diskobesuche sind nur eine Ursache, wieso die Hörfunktionen schon im jungen Alter nachlassen. Jedoch sind auch kurze, aber umso lautere Geräusche schädlich für das Ohr. Zum Beispiel kann ein Knall – wie von einem Böller – das Gehör schädigen. Der Tinnitus, welcher häufig nach längerer Beschallung oder einem lauten Knall eintritt, verschwindet in den meisten Fällen nach ein paar Stunden wieder. In einigen Fällen kann es passieren, dass stärkere Schäden entstehen, wenn man sich zu häufig solchen extremen Geräuschen aussetzt.

Lärm ist Stress für die Ohren

Schon ab 85 Dezibel – das entspricht dem Lärm einer Hauptstraße – kann das Ohr geschädigt werden. Die Folge: Die Hörfähigkeit nimmt immer weiter ab. Auch der Tinnitus kann zu einem lästigen Begleiter werden, welcher nicht verschwindet. Dahingehend hat die EU beschlossen, dass an einem achtstündigen Arbeitstag der Lärmpegel im Durchschnitt die Grenze von 85 Dezibel nicht überschreiten darf. Das schützt nicht nur die Ohren, sondern reduziert zudem Stress. Denn ein durchgehend hoher Lärmpegel setzt den Menschen zunehmend unter Stress.

Hörtest wird oft vernachlässigt

Ein regelmäßiger Besuch beim Augenoptiker ist für viele selbstverständlich geworden. Ein Akustiker wird jedoch nur selten aufgesucht. Während die Hörleistung eines Kindes noch im Bereich von 16 Hertz bis 20.000 Hertz liegt, nimmt dieser Bereich mit zunehmendem Alter stetig ab. In einer gut besuchten Kneipe oder öffentlich gut besuchten Plätzen und Menschenmengen fallen diese Defizite am häufigsten auf. Hörgeschädigten fällt es schwer, sich auf Gesprächspartner zu konzentrieren, denn alle Geräusche, die man wahrnimmt, müssen sich den Frequenzbereich teilen, der noch übrig ist. Die Aussage „Mach doch mal einen Hörtest“ wird dennoch von vielen belächelt und ist schnell vergessen. Regelmäßige Besuche sind aber eine effektive Maßnahme, um Hörschäden festzustellen und frühzeitig gegen weitere Hörschäden vorzugehen.

Kopfhörer sind nicht immer das Problem

Dass Kopfhörer besonders schlecht für die Ohren sind, ist ein halbwahrer Mythos. Durch die Nähe zum Ohr kann zwar ein hoher Schalldruck entstehen, welcher negative Folgen hat. Das trifft aber nur dann zu, wenn lange und laut Musik gehört wird. Der Grund für lautes Musikhören ist sowieso oft derselbe: Nebengeräusche, wie die einer Straßenbahn, sollen dem Musikhörenden bestmöglich ausgeblendet werden. Daher sind On-Ear-Kopfhörer, das sind Kopfhörer die das ganze Ohr umschließen, eine gute Variante. Diese Art der Kopfhörer schafft es besser Nebengeräusche abzudämmen, sodass man die Musik nicht stark aufdrehen muss. In-Ear-Kopfhörer, solche die man sich direkt in den Gehörgang steckt, können zwar genauso gut Nebengeräusche abdämpfen, müssen dafür aber passgenau sitzen. Zudem birgt das Tragen von Kopfhörern andere Risiken im täglichen Leben und ist zum Beispiel beim Rad- oder Autofahren verboten.

Einen Hörgeräteakustiker in NRW finden Sie in unserer Anbietersuche. Falls Sie ein Hörgerät benötigen, übernimmt häufig die Krankenkasse einen Teil der Kosten. Die Höhe der Kostenübernahme variiert bei jeder Krankenkasse. Informieren Sie sich direkt oder über die Website bei Ihrer Krankenkasse.


Quellen: amplifon.de, umweltbundesamt.de, daserste.de, tag-gegen-lärm.de

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