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Auf Tuchfühlung mit Roboter Pepper

Auszubildende aus der Altenhilfe der Diakonie Ruhr beschäftigen sich mit Digitalisierung in der Pflege

Sie sind die Zukunft der Altenpflege – und beschäftigten sich mit einem wichtigen Zukunftsthema: Auszubildende aus allen Altenpflegeeinrichtungen der Diakonie-Ruhr-Gruppe haben sich einen Tag lang mit der Digitalisierung in der Pflege und den Auswirkungen auf die eigene Lern- und Arbeitswelt auseinandergesetzt. „Wir möchten die Auszubildenden dafür sensibilisieren, was es bereits gibt sie bei der Entwicklung von digitalen Innovationen kreativ beteiligen“, erläutert Robert Hirtes, Projektmanager der Diakonie Ruhr Pflege gemeinnützige GmbH.

Neben menschlichen Experten bekamen es die Auszubildenden im Saal der jüdischen Gemeinde mit einem besonderen Digitalisierungsspezialisten zu tun. Kommunikationsroboter Pepper begrüßte die Gäste, animierte zu Lockerungsübungen und stand im Interview mit Auszubildendenvertreterin Stephanie Asholt Rede und Antwort zu seinen Fähigkeiten. Der kindsgroße humanoide Roboter kann Informationen visuell darstellen und Menschen unterhalten.

In der Altenpflege könnte Pepper in Zukunft Pflegekräfte als Assistent begleiten, sich alle Informationen merken und anschließend im Dienstzimmer für die Dokumentation abrufen. Denkbar wäre auch ein Einsatz als Feedback-System: So könnte der Roboter beispielsweise die Bewohner fragen, wie ihnen das Essen geschmeckt hat. Um künftige Einsatzmöglichkeiten auszuloten, hat sich die Diakonie Ruhr Pflege der Arbeitsgruppe humanoide Robotik in der Altenpflege angeschlossen.

In Gruppenarbeiten setzten sich die Auszubildenden intensiver mit der Digitalisierung in der stationären Pflege, in der ambulanten Pflege sowie der eigenen Lern- und Arbeitswelt auseinander. Dabei wurden auch mögliche Schattenseiten angesprochen wie Angst vor der Technik, das Gefühl des Ausgeliefertseins oder die Befürchtung, die eigenen Fähigkeiten würden nicht mehr gebraucht. Doch die Technik bietet auch die Chance, Pflegekräfte zu entlasten, zur Qualitätsverbesserung beizutragen und den sich immer stärker abzeichnenden Fachkräftemangel zumindest teilweise zu kompensieren. „Die Rolle der Pflegenden wird sich verändern“, ist Robert Hirtes überzeugt. „Zum Beispiel werden künftig Spezialisten für digitale Pflegesysteme benötigt.“

Schon heute ist die Digitalisierung aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. In den Alteneinrichtungen der Diakonie-Ruhr-Gruppe erfolgen Dokumentation und Personaleinsatzplanung längst digital, Spracherkennung ist im Aufbau. Mitarbeiterinformationen im Intranet oder ein webbasiertes Bewerbermanagementsystem sind weitere Beispiele über den Bereich der Pflege hinaus.

Die Diakonie-Ruhr-Gruppe betreibt insgesamt elf Altenpflegeheime in Bochum, Witten, Dortmund und Lünen sowie einen ambulanten Pflegedienst in Bochum. Momentan beschäftigt sie in der Altenhilfe über 120 Auszubildende. Den schulischen Teil absolvieren sie am eigenen Fachseminar in Witten, das auch mit anderen Trägern kooperiert.


Quelle: Diakonie Ruhr gemeinnützige GmbH
Foto: Marc Ahrens / Gib mir die Faust: Eine Auszubildende begrüßt Roboter Pepper.
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